Saitenspiel und Blech mit gutem Klang


Saitenspiel und Blech mit gutem Klang  

Bad. Zeitung 23.7.2018


In der Römervilla begeistern mit der Sonntagsmatinee drei Musiker aus dem Markgräflerland


Grenzach-Wyhlen. Zwei Kupfer und ein Bläser spielten am Sonntag in der Römervilla. Die Ankündigung für „Die Zwei und der mit der Tuba“  lockte viele Musikfreunde an.

Die Mischung enttäuschte nicht. Melodiös, rhythmisch, flott und besinnlich-alles war dabei! Das Unerwartete zog sich durch das ganze Programm, allein der Wechsel in der Instrumentation setzte mehrfach neue Akzente. Andreas Wäldele spielte auf der Mandoline. Dem relativ selten gehörten Zupfinstrument entlockte er in vielfältiger Weise Melodien, mal kraftvoll, mal leise, aber keineswegs überbetont. Vor allem der Tonumfang ließ aufhorchen. Thomas Bergmann sorgte mit seinen Gitarren für die ausgleichende Stabilität in diesem Trio. Für die großen Melodien und Rhythmen war Jörgen Welander mit seiner tuba zuständig. Zweifellos setzte er oftmals Akzente, vermied aber mit überwiegend zurückhaltender Spielweise doch die übermäßige Dominanz gegenüber den beiden Zupfen.

Jeder hatte im Verlauf seines Konzertes seinen Höhepunkt, jeder war mal ganz vorn. Von Bergmann setzten auch seine beiden eigenen Kompositionen sehr hörenswerte Achtungszeichen. Das Stück „La Bouillon“ habe er für einen Dudelsackspieler komponiert, der aber lehnte ab mit der Begrünung, da seien Töne drin, die es gar nicht gäbe. Als aber dieses Trio dem Publikum „La Bouillon“ servierte, waren alle Töne gut zu hören. Ebenso guten Zuspruch fanden zwei Stücke des Zigeunermusikers Hans´sche Weiss.

Besonders fielen die beiden skandinavischen Titel auf, die vor allem vom vordergründigen Spiel des Tubisten lebten. Jörgen Welander, ein gebürtiger Schwede, war es ein Vergnügen, die Musik aus dem Norden in südlicher Hitze darzubieten.

Andreas Wäldele tauschte bei mehreren Titeln die Mandoline mit der Geige und spielte sie ebenso gekonnt.

Die dabei zu hörende Kombination Violine und Tuba war ein Leckerbissen. Noch vor dem Konzert hatten die drei Musiker aus dem Markgräflerland, die erstmals in der Römervilla gastierten, ihre Bedenken, ob vile Zuhörer kommen würden. „Wir rechneten so mit 25, 30 Leuten“, sagte Thomas Bergmann. „Aber nun sind wir angenehm überrascht,“ begrüßte er das Publikum. Wieder waren mehr als 130 Besucher gekommen, ein sehr interessiertes und fachkundiges Publikum. Bei solcher Resonanz fanden die drei Musiker selbst unübersehbare Freude am Spiel. Mit einer zwanglosen Moderation fanden sie schnell einen direkten Draht zum Publikum. 

Zu Beginn hat Helmut Bruckner, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte, seine Freude darüber ausgesprochen, daß sich mit diesem Konzert das Regionalmuseum einmal mehr seine Rolle als Kulturzentrum festige. Einen Gourmettrip mit Erlebnismusik hatten „Die Zwei und der mit der Tuba“ angekündigt, genau solches ist es auch geworden. Alles in allem wieder ein tolles ungewöhnliches Konzert.  Rolf Reißmann